„Dies ist keine Siegesfeier; ganz im Gegenteil, ich glaube, daß der Kampf erst angefangen hat – der Kampf gegen alle, die aus eurer Universität eine Ausbildungsstätte für die Aufrechterhaltung einer Gesellschaft machen wollen, deren Sicherheit und Wohlstand auf der Unterdrückung und Versklavung anderer Völker beruht, innerhalb und außerhalb der nationalen Grenzen.“
– Herbert Marcuse, 1972
Wir sind der Sozialistische-Demokratische-Studierendenverband (SDS) in Baden-Württemberg. Wir sind Studierende, die für Studierende Politik machen – und das in 6 verschiedenen Städten im Ländle.
Der doppelt freie Arbeiter nach Marx ist in unserer Gesellschaft von ungebrochener Aktualität. In der Klassengesellschaft sind die ArbeiterInnen zwar in vielerlei Hinsicht frei in ihrem Handeln, aber auch frei von den Mitteln, ihren eigenen Lebensunterhalt zu produzieren. Sie müssen ihre Arbeit an Kapitalisten verkaufen.
Die liberale, die „freiheitliche“ Gesellschaft in der wir leben, meint dementsprechend mit Freiheit im Wesentlichen immer die Freiheit des Eigentums und des Marktes. Alle anderen Freiheiten können und werden zugunsten dieser Freiheit eingeschränkt. Das herrschende Prinzip ist das des Kapitals.
Das bedeutet für uns als Studierende, dass die Freiheit zu lernen und uns zu bilden eingeschränkt wird, mit dem Ziel uns zu braven ArbeiterInnen zu machen, die nur so weit eigenständig denken sollen, wie es nützlich ist.
Erreicht wird dieses Ziel im Studium durch verschiedene Elemente. Das zentrale Element ist jedoch Druck: Druck durch ständige Abgaben, Druck durch unrealistische Regelstudienzeiten, Druck durch Studijob oder das BAföG-Amt. Unter Druck gesetzt werden dabei auch die Unis selber: Kürzungen und permanente Prekarität der meisten Dozierenden sorgen dafür, dass auch von Seiten der Lehrenden kaum kritische Inhalte Raum finden oder man sich direkt der Privatwirtschaft zuwendet. Druck sorgt dafür, dass Inhalte nicht hinterfragt, sondern gefressen und für die Klausur wieder ausgekotzt werden.
Das wollen wir ändern!
Dazu kommen andere Elemente der liberalen Gesellschaft mit denen wir alle in unterschiedlichem Maße zu kämpfen haben: Sexismus, Rassismus und anderes. Sozialismus ist emanzipatorisch und will dementsprechend alle Unterdrückten und alle die nicht in die Gesellschaft passen, „anders“ sind, befähigen sich zu bilden und zu wehren. Deshalb fassen wir auch diese Kämpfe als einen zentralen Kern unserer Arbeit auf.
Als Studierende sind wir mit den Konsequenzen der jahrzehntelangen liberalen Politik konfrontiert. Die Wirtschaft die auf Export setzt, ist nicht mehr wettbewerbsfähig da andere Länder ihre ArbeiterInnen einfach besser ausbeuten. Der erstarkende Militarismus, der auch unsere Unis trifft, reiht sich da perfekt ein. Krieg schafft nicht nur super Konjunktur und die Möglichkeit die schwächelnden Benz Werke endlich wieder Panzer herstellen zu lassen, sondern bietet auch die Legitimation für autoritäre Maßnahmen. Die Angst der Bevölkerung wurde selten so zielstrebig von der Regierung für wirtschaftliche Zwecke ausgebeutet. Allerorts Security und Kameras, schärfere Gesetze denn je, universitäre Veranstaltungen werden, wenn die falschen Themen behandelt werden eingeschränkt und Kretschmann fordert ein Bekenntnis der Hochschulen zur Rüstungsforschung. Und wenn wir Studierenden keine Jobs mehr finden, dann bleibt uns ja immer noch die „Freiheit“ Soldat zu werden.
Deshalb kämpfen wir als SDS BaWü für eine sozialistische Gesellschaft! Wenn du Lust hast, dabei mitzumachen, schau einfach bei einer unserer Hochschulgruppen vorbei!